Graffiti-Trike RAPID KP 2U - Sova SkyRanger
Flugzeuge
2. Hand Tipps zum Gebrauchtkauf Flugzeug-Übersicht Wartung und Reparaturen
Tipps für den Kauf eines gebrauchten UL´s
Sie wollen sich ein gebrauchtes Flugzeug zulegen, wissen aber nicht so genau, worauf Sie beim Kauf zu achten haben ?

Wir möchten Ihnen mit der nachfolgenden Liste eine kleine Hilfestellung für Ihre Kauf-Verhandlungen geben.
Hinweis: Diese Liste ist nicht abschließend, da bei jedem Kauf eines Fluggerätes andere Vorbedingungen gegeben sind. Diese können so unterschiedlich sein, daß sich dafür kein Patentrezept erstellen läßt !
Am Telefon (nur eine kleine Hilfestellung)
  • Name des Gerätes-Herstellers
  • Type
  • Kennzeichen
  • Baujahr
  • Motor-Typ / Leistung / Art (2takt/4takt - 2Zyl./4Zyl.)
  • Getriebe-Art (Zahnrad / Riemen) und Untersetzungsverhältnis
  • Anlasser elektrisch und / oder manuell
  • Propeller-Art (Kunststoff / Holz) / Anzahl Blätter / Hersteller

-bei Trikes:

  • Tragfläche Typ / Hersteller / Baujahr der Tragfläche
  • Rettungsgerät Typ / Hersteller / Baujahr / Packintervalle / Ablaufdatum
  • Erstzulassung und weitere Besitzwechsel

-bei älteren Geräten:

  • vorhandene Verkehrszulassung
  • letzte Jahresnachprüfung
  • Anzahl der Flugstunden mit / ohne Aufzeichnung (denken Sie bitte daran, dass keine Aufzeichnungspflicht besteht!

Die Frage nach Vorschäden ist leider müßig. Sehr häufig werden Sie keine genauen Auskünfte hierüber erhalten.

Gesamteindruck
Verlassen Sie sich ein wenig auf Ihr Gefühl. Wenn das Ihnen angebotene Gerät von vornherein einen unsicheren oder sonstwie fragwürdigen Eindruck bei Ihnen hinterlässt, sollten Sie es auch gar nicht weiter in Ihre engere Wahl nehmen. Sie werden in Zukunft mit dem gleichen mulmigen Gefühl immer wieder in dieses Gerät einsteigen müssen.
Hierzu gehört auch die Person, die Ihnen das Gerät verkaufen wird. Eine gewisse Sympathie erleichtert so manche Klärung, wenn später doch einmal ein Mangel festgestellt wird.
Unterlagen
Prüfen Sie die Unterlagen sorgfältig. Die Jahresnachprüfungen sollten auf dem neuesten Stand sein. Allerdings gibt eine aktuell durchgeführte Jahres-Nachprüfung noch lange keinen Aufschluss darüber, ob das Gerät tatsächlich betriebsbereit ist. Ein Fachmann Ihres Vertrauens kann Ihnen diesbezüglich sicherlich weiterhelfen.

Aufzeichnungen zu den Geräten über etwaige Reparaturen etc. sollten vorhanden sein. Aufzeichnungen über Betriebszeiten sind zwar nicht erforderlich, aber je vollständiger diese sind, desto sorgfältiger wird der Halter auch mit seinem Gerät umgegangen sein. Außerdem können Sie anhand dieser Unterlagen sehen, wie das Gerät betrieben wurde: sind sehr viele Stunden (ca. 60÷100 h/Jahr) geflogen worden so deutet dieses darauf hin, dass das Gerät häufig in der Luft ist.
Lange Strecken deuten darauf hin, dass der Halter ausreichend Vertrauen in sein Gerät hatte. Außerdem wird das Gerät auf Streckenflügen am wenigsten belastet.

Achten Sie auch einmal darauf, was Ihnen der Halter über die seine Flugzeiten erzählt und wieviel Stunden tatsächlich zwischen den einzelnen Jahres-Nachprüfungen liegen.
Technisches
Lange Standzeiten deuten immer darauf hin, dass sich das Gerät momentan nicht in einem betriebsbereiten Zustand befindet - oder würden Sie ein Auto, das ein Jahr lang herumstand, gleich wieder mit Vollgas über die Autobahn jagen?!

Begutachten Sie den Motor und den Motor-Raum (bei offenen Geräten: den Bereich um den Motor).
Können Sie das Gerät auch ohne Spatel und Drahtbürste begutachten? Ständig geflogene Geräte sind meist nicht nur im Gesamterscheinungsbild gepflegt, sondern auch an kritischen Stellen wie Motor und Motorraum.

Lassen Sie sich ein altes Bild von dem Flugzeug geben oder beschaffen Sie sich einen Prospekt. Vergleichen Sie das begutachtete Gerät mit diesem Vorbild.
Denken Sie bei bespannten Fluggeräten immer daran, dass egal wie gut die Pflege des Gerätes ist, der Bespannstoff irgendwann einmal ausgewechselt werden muss. Die Intervalle hierfür liegen zwischen 5 und 10 Jahren, je nach Pflege durch den Halter.
Prüfen Sie eventuelle Drahtseile genau nach. Lassen Sie die Seile durch Ihre Finger gleiten; nur auf diese Weise erkennen Sie sicher Knicke und gebrochene Einzeldrähte.
Prüfen Sie den Zustand der Schläuche; diese müssen flexibel sein.
Vorführung
Lassen Sie sich für Ihr gutes Geld ruhig das Flugzeug Ihrer Wahl vorführen. In der Regel wird der Verkäufer Ihnen für einen kurzen Demonstrationsflug sicherlich nur wenig oder überhaupt kein Geld abnehmen.
Erwarten Sie bei einem seriösen Händler jedoch nicht ausgedehnte Flüge - er hat in der Regel nicht die Handelsspannen, die ihm dieses erlauben würde.
Lassen Sie sich normale Flugmanöver zeigen und versuchen Sie, diese auch selber zu fliegen.
Ist ein Fluglehrer oder eine fähiger Pilot zugegen, dann lassen Sie sich auch kritische Flugmanöver zeigen. Das Verhalten der Maschine während dieser Manöver gibt in der Regel Aufschluss darüber, ob das Flugzeug Ihren Erwartungen entspricht oder nicht.
Preise Das leidigste Thema mit den größten Meinungsverschiedenheiten!
Generell gilt: es gibt keine billigen Flugzeuge - auch nicht bei den UL-Flugzeugen. Wird Ihnen ein solches angeboten, dann ist es wie beim Auto - ein Schnäppchen oder DER Flopp. In der Regel das Letztere.
"Baukästen" können hin und wieder für sehr günstiges Geld den Besitzer wechseln. Aber es sind halt Baukästen, die sicherlich noch einiges an Investition erfordern werden. Prüfen Sie sich selber, ob dieses Ihre Zielsetzung ist.
Gepflegte Geräte, mit denen Sie in der Regel fliegen und nicht gegroundet sind, kosten Ihr Geld.
Gehen Sie auch davon aus, dass ein seriöser Verkäufer Ihnen die Zusatzteile wie Funkgerät, Intercom-Anlage und ähnliches nur geringfügig unter dem Neupreis verkaufen wird: ein Funkgerät funktioniert oder es funktioniert nicht; eine Abnutzung in dem Sinne gibt es nicht. Preisbestimmend sind Gesamtzustand des Gerätes, Laufzeit / Standzeit des Motors, Zusatzausstattungen.
Das Alter eines Fluggerätes allein ist nicht vorrangig; denken Sie daran - heute werden 30 oder 40 Jahre alte Flugzeuge nur knapp unter dem Neupreis verkauft !
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